Rad-Schulweg

11.05.2020
Antrag an den Rat der Stadt Löhne

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,

die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt die Ertüchtigung eines sicheren

Rad-Schulweges auf bereits vorhandener Infrastruktur für SchülerInnen, die aus Obernbeck und Umgebung die Bertolt-Brecht-Gesamtschule in Mennighüffen besuchen.

Sachverhalt:

Bereits seit Jahren wissen wir um die Schulweg-Problematik in den o.g. Stadtteilen von Löhne. Vorwiegend betroffen sind dabei die Familien, die ihre Kinder an der weiterbildenden Bertolt-Brecht-Gesamtschule anmelden. Aufgrund der relativen Nähe vom Wohnort bis zum Schulort (weniger als 3,5 km) erreichen leider viele SchülerInnen nicht den Anspruch auf ein Schulwegticket für den Schulbus. Somit sind die betroffenen Familien auf sich selbst gestellt und müssen für sich und ihre Kinder den „optimalen“ Schulweg finden. Dabei, und das hat oberste Priorität, stellt die Sicherheit des Schulweges für die Eltern den höchstens Anspruch dar.

Obernbeck ist eingekreist von Hauptverkehrstraßen: Die Bahnhofstraße, die Steinstraße, die Lübbecker Straße. und die Ellerbuscher Straße. Alle vorgenannten werden stark frequentiert von PKW und LKW,  zusätzlichen Verkehr bringen die Autobahnauffahrten der A30 in Richtung Hannover bzw. Osnabrück mit sich. Das Verkehrsaufkommen auf diesen Straßen ist sehr hoch, zusätzlich stellt die Kreuzung am Becker Krug eine gefürchtete Gefahrenquelle dar.

Radfahrer und Fußgänger müssen hier besonders achtsam bei der Querung der Straßen sein. Für die jüngsten Verkehrsteilnehmer sicherlich eine gefährliche Herausforderung. Gleiches gilt für die zuvor genannten Hauptverkehrsstraßen.

Eine Alternative hätte zur Folge, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und auch wieder mit dem Auto abholen. Längst sind wir uns alle einig, dass es die schlechteste Alternative ist, die erwogen werden sollte. Nicht alle Familien verfügen z.B. über ein Fahrzeug, mit dem sie ihre Kinder fahren können, anderen fehlt diese Möglichkeit vielleicht aus beruflichen Gründen oder weil es sogar mehrere Familienmitglieder gibt, die schon morgens anderweitig betreut und versorgt werden müssen.

Das Fahren zur Schule mit dem Fahrrad wird von vielen Eltern favorisiert. Zum einem ist es die umweltfreundlichste, zum anderen auch eine gesundheitsfördernde Alternative.

Erfreulicherweise haben wir bereits die vorhandene Infrastruktur, die eine optimale Verbindung der Ortsteile Obernbeck und Mennighüffen gewährleistet. Wir sprechen hier von einem sehr schönen Rad-Schulweg, der ertüchtigt werden soll, um nicht nur gut befahrbar, sondern auch um sicher zu sein.

Dabei handelt es sich von Obernbeck kommend um nachfolgende Route, die auch als Anlage bildlich dargestellt wird:

„Allee des Grundgesetzes“

Querung der „Ellerbuscher Straße“

Radweg entlang des Rehmerloh-Mennighüffer-Mühlenbaches

über

die Hasebeeke

bis zur

Lübbecker Straße

Deshalb beantragen wir unter dem Aspekt „Sicherer Schulweg für Löhner SchülerInnen“ folgende Punkte:

1. Die „Allee des Grundgesetzes“  (Rad- und Fußweg) wird mit Straßenbeleuchtung versehen.

2. Die Verwaltung nimmt bitte Kontakt zum Landesbetrieb Straßen NRW auf und eruiert alle Möglichkeiten, die eine sichere Querung der Landesstraße „Ellerbuscher Straße“ auf Höhe der dortigen Verkehrsinsel mit sich bringen und die umsetzbar sind. Überlegungen sind die Reduzierung des Tempolimits von 70 km/h, ein besonderer Hinweis einer Schulweg-Querung durch Fahrbahnmarkierungen oder Straßenschilder, feste Radaranlage in beide Fahrtrichtungen usw.

3. Der Radweg entlang des Rehmerloh-Mennighüffer-Mühlenbaches wird mit wegweisenden Schildern bis zum Ausgangspunkt Lübbecker Straße versehen, Beleuchtung ist bereits vorhanden.

4. Die Straße Hasebeeke wird zur Fahrradstraße in Löhne umgestaltet.

5. Die Stadt Löhne gewährleistet einen zuverlässigen Winterdienst, damit das Fahren mit dem Rad auch in der kalten Jahreszeit möglich ist.

Allen Fraktionen ist die geschilderte Schulweg-Problematik bekannt, weshalb wir auch um eine breite Unterstützung zum Wohle der  Familien und Kinder bitten.

Die Sorgen und Bedürfnisse der Betroffenen sind nachvollziehbar und sollten uns allen am Herzen liegen. Es wäre sehr bedauerlich, wenn sich junge Familien von der Stadt Löhne abwenden. Im schulischen Bereich hatten wir in den letzten Jahren einige Abwanderungen von SchülerInnen zur Gesamtschule nach Kirchlengern. Ein immer wieder angegebener Grund ist die bessere Schulwegverbindung.

Für das Schuljahr 2020/21 verzeichnet das Schulverwaltungsamt der Stadt Löhne , dass von 52 Grundschülern aus Obernbeck mehr als 1/3 SchülerInnen , nämlich 18, übergehen an die Gesamtschule Kirchlengern. Es wird Zeit zu handeln!

Antwort der Verwaltung
Vorlage 138/2020

Dieser Artikel wurde aktualisiert am 18.02.2024